• Unabhängig
  • Ehrlich
  • Bürgernah

Am 08. Mai hatte der BÜRGERVEREIN JORK zu einer öffentlichen Info-Veranstaltung zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl am 26.05.19 – zeitgleich mit der Europawahl – auf den Obsthof Lefers eingeladen. Einziger Bewerber für dieses Amt ist Diplom-Verwaltungswirt Matthias Riel (47), Erster Gemeinderat und Vertreter des Bürgermeisters. Er wird sich als unabhängiger, parteiloser Einzelbewerber aufstellen lassen. Der BÜRGERVEREIN wird bei dieser Wahl auf die Aufstellung einer eigenen Kandidatin / eines eigenen Kandidaten verzichten und Matthias Riel, auch wegen seiner parteipolitischen Unabhängigkeit unterstützen. Riel wird bei positivem Ausgang der Wahl Nachfolger vom aktuellen Bürgermeister Gerd Hubert (BVJ), der nach achtjähriger Amtszeit zum 31.10.2019 ausscheidet und aus Altersgründen nicht wiederkandidieren kann. Circa 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung zu dieser kurzweiligen Talk-Rund gefolgt.
Der Abend wurde vom 1. Vorsitzenden des BVJ, Klaus Hubert moderiert. Gleich am Anfang machte Hubert darauf aufmerksam, dass die Wähler zwar nur einen Kandidaten zur Auswahl hätten, aber immerhin zwischen „Ja“ und „Nein“ entscheiden könnten. Hubert stellte eine Reihe von Fragen quer durch die Gemeindepolitik. So begann er mit der aktuellen Frage, wie es mit dem Jorker Blütenfest weitergeht. Riels Antwort: „Das Blütenfest als Aushängeschild für Jork kann nicht mehr allein von Ehrenamtlichen der Werbegemeinschaft organisiert und durchgeführt werden. Wir werden uns nach dem Sommer mit allen Beteiligten zusammensetzen und eine Lösung finden.“ Auf die 39jährige Erfahrung der Jorker Werbegemeinschaft muss auch künftig zurückgegriffen werden, allerdings könne sich Riel die Unterstützung eines professionellen Veranstaltungsmanagements vorstellen.

Riel sprach sich für ein touristisches „Leuchtturmprojekt“ aus, das über Fördermittel finanziert werden könne, wie zum Beispiel ein Wiederaufleben der Leader Region (BVJ: Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden), welche für die Jahre 2020 bis 2026 zu erwarten ist.

Zu der Frage, welches die Ansätze sein können, dass unsere Gemeinde auch künftig für junge Menschen und für Senioren interessant bleibt, sagte Riel, dass wir unsere Senioren, die zum Teil schon länger in Jork wohnen, auch künftig hierbehalten möchten. Dafür wollen wir zum Beispiel seniorengerechtes Wohnen anbieten. Auch jüngeren Leuten soll in Jork weiterhin ein zuhause angeboten werden, schließlich sind sie es, die langfristig das Geld einbringen („Wir brauchen die Steuergelder der Erwerbstätigen“). Riel erwähnte, dass aktuell die Einkommenssteuer 7,7, Mio. Euro betragen würde. Die Gemeinde bringt daher die Ausweisung von Baulandflächen auf den Weg, wobei man eher „kleinteilige“ Flächen als Abrundung bestehender Wohngebiete im Auge hat. Ziel sei es außerdem auf Nachfrage von Hubert, dass die Wohnbauflächen „obstbauverträglich“ gestaltet werden. Man wolle ganz bewusst Hand in Hand mit dem Obstbau vorangehen. Ähnlich sieht es beim Welterbe aus. Riel sieht hier keinen Konflikt. Sein Ziel sei es, am Welterbe weiterhin und gemeinsam mit der Bevölkerung festzuhalten.

Schließlich hat die Gemeinde in den nächsten Jahren eine sehr hohe Investition auf der Agenda: den bereits eingeplanten Neu- oder Umbau der „Grundschule Am Westerminnerweg“. Nach dem Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises müssen jährlich 38 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen, was einen zusätzlichen Bedarf an Schülern nach sich zieht. Beides ergänzt sich, da die Grundschule nur mit den Erlösen aus Grunderwerb und Einkommenssteuer zu schaffen seien. Die Einkommenssteuer wird als tragende Säule des Jorker Haushalts gesehen. Jorks Einwohnerzahl werde daher „leicht wachsen“.

Eine weitere Frage ging in Richtung Tourismus und steigender Besucherzahlen. Das gastronomische- und Beherbergungsangebot ist in den letzten Jahren nicht mitgewachsen, sondern eher rückläufig. Wie man diese Situation verbessern könne, wollte Hubert wissen. Leider – so Riels Antwort – sei die Schaffung von Wohnraum für Investoren attraktiv, Gastronomie aber eher weniger. Eine Möglichkeit, über die man mit der Politik nachdenken müsse, sei die Ausweisung von Flächen speziell für die Gastronomie.

Weitere Fragen aus dem Publikum wurden an diesem Abend gestellt und vom Bürgermeisterkandidaten beantwortet. Eine wichtige Frage ging auch in Richtung Versorgung mit Breitband. Riel konnte hier ebenfalls punkten, indem er auf die bisherige recht gute Versorgung hinwies und versicherte, dass die Gemeinde die bestehen Lücken ebenso schließen lassen wolle. Ein anderer Bürger wollte gerne wissen, welche Visionen er für seine siebenjährige Amtszeit habe. Riel möchte schwerpunktmäßig eine „Duftmarke“ bei der interkommunalen Zusammenarbeit (BVJ: Zusammenarbeit zwischen Gemeinden; auch im Hinblick auf schnelles Internet) setzen. Die Grundschule in Jork wird sicherlich ein weiteres sehr anspruchsvolles Thema in den nächsten Jahren. Und: das Welterbe Altes Land sei gar nicht so weit weg. Auch hier wird sich Riel weiterhin in seiner neuen Rolle einbringen wollen. Eine kritische Stimme kam zu Wort und mahnte an, dass Jork zum Beispiel beim Tourismus so viel Potenzial habe, man müsse es nur mehr nutzen.

Der Abend wurde anschließend mit lockeren und interessanten Gesprächen in kleinen Runden beendet. Fazit: alle Anwesenden konnten sich den Eindruck verschaffen, dass sie auch künftig einen Bürgermeister erleben, der Jork weiterentwickeln und attraktiv halten will.

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